09.11.2007 - 2007-09-11 HAMBURG: HSH Nordbank Arena / 'Police'-Europatournee: Auftaktkonzert in der Hamburger Color-Line-Arena...
"Police"-Europatournee: Auftaktkonzert in der Hamburger Color-Line-Arena...
Eine Band, die ihren Fans nicht mehr mitzuteilen hat als 'De Do Do Do De Da Da Da' ist an einem Punkt angekommen, an dem sie ihr Wirken einstellen sollte. Das haben vor rund 25 Jahren auch Sting, Andy Summers und Stewart Copeland so gesehen und ihre Truppe "Police" bald danach aufgelöst. Da das alles auch noch mit viel Getöse über interne Zwistigkeiten einherging, hätte man noch vor kurzem bei englischen Buchmachern eine Wette darauf abschließen können, dass man diese drei Herren nie wieder gemeinsam auf einer Bühne sehen würde - zumal Sting, der Kopf der Band, noch im letzten Winter mehrfach beteuert hat, dies käme für ihn nie in Frage. Angesichts der tollen Karriere, die er seit den "Police"-Jahren mit anspruchsvollen Konzerten hingelegt hat, gab es an dieser Aussage auch kaum Zweifel. Umso überraschender war dann die Ankündigung, "Police" würde in diesem Jahr doch noch einmal eine Welttournee starten.
Die Berichte über die ersten Konzerte in den USA waren außerordentlich positiv; so durfte man für den Start der Europa-Runde einiges erwarten. Zu Recht, wie sich am Dienstag Abend in der Hamburger Color-Line-Arena herausstellte (das ist das ehemalige Volkspark-Stadion). Am Dienstag waren rund 40,000 "Police"-Fans dort, und keiner dürfte sein Kommen bereut haben, selbst wenn unter 100 Euro kaum ein Ticket zu haben war.
Die Dinosaurier des Rock spielten, als hätten sie gerade eine Frischzellenkur im Jurassic-Park hinter sich gebracht. Deren Sound-Dimensionen waren vom Mischmasch der Vorband "Fictionplane" weit entfernt - schließlich wurde das Equipment in über zwanzig Großtransportern herangekarrt. Nein, die drei Musiker wussten den enormen Aufwand in musikalische Klasse umzusetzen und lieferten in den rund zwei Stunden ihres Auftritts neunzehn Songs ab, denen man die Jahrzehnte zurückliegende Bandgeschichte nicht anmerkt.
Schon das erste Stück 'Message In A Bottle' machte deutlich, was an diesem Abend auf die Zuhörer zukam: das Konzert eines Trios, das nicht nur zu alter Güte zurückgefunden hat. "Police" spielte mit einer so offensichtlichen Musizierlaune, die künstlerische Leidenschaft in den Mittelpunkt stellte. Stewart Copeland bearbeitete seine Drums mit präziser, die Songs strukturierender Härte. Andy Summers lieferte einen unmittelbar wirkenden Gitarrensound. Und Sting steuerte ein Bassfundament bei, auf dem sich sein prägender Gesang entfalten konnte.
Dabei beschränkte sich die Band keineswegs nur auf das Abspulen der alten Hits, sondern griff auch zu Songs, die wie 'Driven To Tears' und 'Hole In My Life' auf den Platten nicht im Mittelpunkt standen. Selbstverständlich waren Stings Hymne über seine Erfahrungen als Lehrer "Don't Stand So Close", weitere Hits wie 'Walking On The Moon', 'Every Little Thing She Does Is Magic', 'Can't Stand Losing You' und 'Roxanne' umjubelte Höhepunkte des Auftritts. Logische Folge dieser Begeisterung war ein ausführlicher Zugabeteil, dessen vier Songs noch einmal Rock-Klassiker lieferte, darunter 'So Lonely' und 'Every Breath You Take' sind nun einmal Songs, die "Police" in den Büchern der Rockmusikgeschichte einen Ehrenplatz sichern.
Weitere Auftritte von "Police" sind am 22. September in München, am 10. Oktober in Mannheim (SAP-Arena) und am 13. Oktober n Düsseldorf.
© Echo Online by Andreas Müller